Verfasst von: bejasa | Juni 3, 2011

Blick über die Grenze Blog Nr. 13

Blick über die Grenze

Nachdem ich das letzte Kapitel des Buches „Berufsbildung in der Schweiz“ gelesen habe, möchte ich meinen persönlichen Blick über die Grenze wagen. Auf der Seite 276 werden zwei Länder genannt, die auf eine Vereinheitlichung des Bildungssystem abzielen: Schweden und Schottland.

Meine Eltern waren letzten Sommer zu Besuch bei unserer Verwandtschaft in Schweden und was sie dort am meisten beeindruckt hat, war das Bildungssystem. Meine Mutter sagte immer wieder mit voller Begeisterung:  Stell Dir vor, in Schweden kann man ein Schreiner-Abitur, ein Kaufmann-Abitur oder ein Krankenschwesterabitur machen!

Schweden hat tatsächlich ein eingliedriges Bildungssystem: Nach der neunjährigen obligatorischen Grundschule besuchen die meisten Jugendlichen das dreijährige Gymnasium. Dort können sie unter 17 Ausbildungsprogrammen wählen

Drei allgemein bildende Programme sind die Grundlage für ein Hochschulstudium, 14 berufsbildende Programme bereiten auf verschiedene Berufe vor. Die derzeitigen berufsbildenden Programme sind: (Quelle)

  • Kinder und Freizeit (Barn- och fritidsprogrammet)
  • Bau und Anlagen (Bygg- och anläggningsprogrammet)
  • Elektronik und Energie (El- och energiprogrammet)
  • Fahrzeug und Transport (Fordons- och transportprogrammet)
  • Wirtschaft und Verwaltung (Handels- och administrationsprogrammet)
  • Handwerk (Hantverksprogrammet)
  • Hotel und Tourismus (Hotell- och turismprogrammet)
  • Industrietechnik (Industritekniska programmet)
  • Land- und Forstwirtschaft (Naturbruksprogrammet)
  • Restaurant und Lebensmittel (Restaurang- och livsmedelsprogrammet)
  • Installations- und Gebäudetechnik (VVS- och fastighetsprogrammet)
  • Gesundheits- und Sozialfürsorge (Vård- och omsorgsprogrammet)

Die berufliche Ausbildung erfolgt überwiegend als Vollzeitunterricht an Schulen. Eine Berufsausbildung dauert drei Jahre. Während im ersten Ausbildungsjahr die Grundausbildung stattfindet, werden im zweiten Jahr stärker spezialisierte Ausbildungsinhalte vermittelt. Um den notwendigen Praxisbezug sicherzustellen, finden mindestens 15 Prozent der Ausbildungszeit in Betrieben statt. Am Ende der Ausbildung steht ein qualifizierter Berufsabschluss, der zu einer höheren Ausbildung berechtigt. Dieser Abschluss ist mit der Berufsmatura in der Schweiz scheinbar vergleichbar. Also ein richtiges Abitur, wie meine Mutter immer wieder betonte.

Leider habe ich nur wenig Material zum schwedischen Berufsbildungssystem im Internet gefunden.  Vor allem würde mich interessieren, ob die Betriebe mit der Ausbildung der Jugendlichen, die ja nur 15 % ihrer Zeit im Betrieb lernen, zufrieden sind oder ob es auch Stimmen gibt, die ein duales oder triales System wie in den deutschprachigen Ländern bevorzugen würden.
Vielleicht sollte ich mich mal bei einer meiner Cousinen oder Cousins in Schweden erkundigen……

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Verfasst von: bejasa | Juni 1, 2011

Autopoiesis Blog Nr. 12

Autopoiesis

Dieser Begriff ist mir immer noch etwas fremd und ich muss zugeben, dass ich während des Vortestes im Internet nachschauen musste, wie ich dieses Wort richtig schreibe. Obwohl ich romanische Sprachen studiert habe und mich auch mit etymologischen Grundlagen  (wieder so ein schwieriges griechisches Wort!) beschäftigt habe, verwirren mich die Begriffe griechischen Ursprunges enorm! Vielleicht fiele es mir leichter, Griechisch im Original zu schreiben. Vor einigen Jahren habe ich die Sprache vor einem Kreta-Aufenthalt in ihren Grundzügen gelernt und hatte eigentlich keine Schwierigkeiten.

Nun ja, ich habe den Klassenblog studiert und mir noch einmal vergegenwärtigt, in welchen Zusammenhang wir Autopoiesis behandelt haben.

Die SuS als einzelne biologische Systeme (autopoietisch und strukturdeterminiert)
Die SuS mit ihren psychischen Systemen (Bewusstseinsprozesse/ Emotionen)
und das soziale System (Klasse)

Autopoiesis = Selbstherstellung, Selbstschöpfung. Autopoietische Systeme erzeugen die Elemente aus denen sie bestehen, durch Elemente, aus denen sie bestehen:
Gedanken erzeugen Gedanken; nur Gedanken erzeugen Gedanken. Kommunikation erzeugt Kommunikation; nur Kommunikation bringt weitere Kommunikation hervor. Autopoiesis meint nicht Autarkie. Auch autopoietische Systeme sind auf Umwelt angewiesen und ohne Umwelt nicht möglich. Autopoietische Systeme beziehen sich in ihren Operationen jedoch stets auf sich selbst. Autopoiesis schließt Begriffe wie Selbstorganisation und Selbstreferenz (Selbstbezug) ein
Quelle: Reto Eugster, Schweiz, Wikipedia

Dieses Zitat erklärt sehr gut die Bedeutung von Autopoiesis. Besonders wichtig finde ich den Hinweis, dass sich autopoietische Systeme immer auf die Umwelt beziehen bzw. auf diese angewiesen sind. So kann Kommunikation nicht autark entstehen und sich immer wieder selbst erneuern. Es braucht Gesprächspartner oder Blickkontakte.

Als strukturdeterminierte Systeme sind wir von außen prinzipiell nicht gezielt beeinflussbar, sondern reagieren immer im Sinne der eigenen Struktur.  Wir orientieren uns also immer an den schon vorhandenen emotionalen und kognitiven Strukturen. Wir lernen, was in diesen Rahmen passt, wir hören, was wir hören und nicht was andere sagen.  Die Einflüsse von außen perturbieren das vorhandene System, d.h. neues wird immer wieder mit vorhandenem Wissen verglichen und so kann sich das System auch leicht verändern bzw. entwickeln. Aber immer nur in einem sehr beschränkten Rahmen.  Ist dies nicht etwas frustrierend? Sind wir wirklich von einem so trägen System determiniert? Kann ich hier eine Verbindung zu den griechischen Wörtern knüpfen? Ich kann sie mir nicht merken, weil kein Vorwissen vorhanden ist, diese nicht in meinen Rahmen passen. Also aufgeben? Oder das System so oft pertubieren, dass sich endlich neue Strukturen für Wörter griechischen Ursprunges in meinem Gehirn ausbilden?

Verfasst von: bejasa | Mai 27, 2011

Interdisziplinäre Projektarbeit – Blog Nr. 11

Ergebnissicherung  und Interdisziplinäre Projektarbeit

Heute habe ich die Kapitel Unterrichtsgestaltung, Prüfen und Bewerten sowie Interdisziplinäre Projektarbeit im Buch „Unterrichten an Berufsfachschulen“ gelesen. In diesem Blogeintrag möchte ich einige Themen daraus mit meinen Praktikumserfahrungen verbinden.

Eine meiner Zielsetzung für mein zweites Praktikum am Berufsschulzentrum Weinfelden war, mehr auf die Ergebnissicherung zu achten. Mein Fazit: Am Ende der Stunde habe ich es fast nie geschafft, den gelernten Stoff noch einmal abzufragen. Meistens habe ich dieses auf die nachfolgende Stunde verlegt.

Letzten Dienstag habe ich ein Gruppenpuzzle mit einer Klasse durchgeführt und habe jeweils eine Schülerin pro Thema am Ende des Gruppenprozesses die wesentliche Inhalte zusammenfassen lassen. Dies war aber der einzige für alle störende Moment – irgendwie wurde die Gruppendynamik durch das Vortragen im Plenum unterbrochen. Ich bin während der Gruppenarbeit immer wieder von Gruppe zu Gruppe gegangen, habe Tipps gegeben, Vokabeln erklärt oder bei der Formulierung von französischen Sätzen geholfen. Auch wird das Endprodukt nach dem dreistündigen Projekt bewertet. Hier werde ich dann eine konkrete Rückmeldung geben.

Bei einer Wiederholung dieses Gruppenpuzzles würde ich auf die Schülervorträge verzichten und das Ergebnis erst im nächsten Schritt (Erstellung eines Produktes) sichern. Zu diesem Thema mehr im Buch auf den Seiten 85-87.

Interdisziplinarität

Zum ersten Mal bin ich vor einigen Tagen auf Unterrichtsmaterial zu dem Film „Paris je t’aime“ gestoßen, das eine Filmsequenz intradisziplinär verarbeitet. „Intradisziplinäres Lernen findet innerhalb eines einzelnen Faches statt, das sich gegenüber Wissen aus anderen Bereichen öffnet.“ Unterrichten an Berufsfachschulen“, S. 147

Der Kurzfilm „Faubourg Saint Denis“ erzählt die Geschichte einer Liebe zwischen einer englischsprachigen jungen Frau und einem französischsprachigen jungen Mann. Die Dialoge sind auf Englisch, die Erzählung auf Französisch. In einer Unterrichtseinheit könnte man einige Passagen übersetzen, überlegen, ob die Zweisprachigkeit eine besondere Bedeutung in diesem Film hat und auch wie es wäre, wenn alle Dialoge synchronisiert worden wären. Hier ginge es dann um die kulturelle Bedeutung von Sprache.

Wie könnte ich eine interdisziplinäre Projektarbeit in meinem Fachbereich integrieren? Zunächst stellt sich mir hier die Frage, ob die Lernenden ihr Fach für die IDAP selbst auswählen können, oder ob es Quoten gibt, d.h. so und so viel Lernende im Fach Wirtschaft, so und so viel im Fach Physik etc.  Dazu habe ich keine Informationen im Fachbuch gefunden.

Nun angenommen, man würde als Schulthema „Ausstieg aus der Atomkraft“ oder „La sortie du nucléaire“ auswählen. Hier ergeben sich viele Anknüpfungspunkte: Im Fach Wirtschaft könnte man die Folgen eines Ausstiegs für die allgemeine Wirtschaftslage oder für die einzelnen betroffenen Unternehmen untersuchen, im Fach Physik könnte man sich z.B. mit dem Aufbau von Solarzellen beschäftigen und in meinem Fachbereich würde ich mich mit Zeitungsartikeln zu diesem Thema befassen und den Unterschied zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich hinsichtlich der Behandlung des Themas herausarbeiten lassen.

http://www.bagnoletenvert.com/article-comme-en-allemagne-il-faut-fermer-les-centrales-nucleaires-les-plus-agees-69431545-comments.html
le réseau Sortie du nucléaire

Verfasst von: bejasa | Mai 20, 2011

Brückenangebote nach der obligatorischen Schulzeit

Brückenangebote nach der obligatorischen Schulzeit

In dem Buch „Berufsbildung in der Schweiz“ werden verschiedene Maßnahmen genannt, die gezielt Schülerinnen oder Schüler ansprechen, die nach der obligatorischen Schulzeit noch keine Lehrstelle gefunden haben bzw. sich noch nicht entschieden haben, welchen Weg sie auf der Sek. II-Ebene einschlagen wollen. Dazu gehören z.B.

  • das freiwillige 10. Schuljahr
  • Vorlehren
  • Werkjahre
  • Sozialjahr
  • Landdienst
  • Motivationssemester
  • Fremdsprachenaufenthalte

Ich möchte mich in diesem Blog mit dem 10. Schuljahr, der Vorlehre und dem Motivationssemester beschäftigen, weil dies Brückenangebote am meisten in Anspruch genommen werden. (Berufsbildung, S. 254)

Das freiwillige 10. Schuljahr wird z. B. von der Berufswahl- und Weiterbildungsschule Zürcher Oberland  angeboten. Auf der Homepage lesen wir:

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) der BWSZO ist freiwillig und kann genutzt werden als Berufswahljahr, Weiterbildungsjahr, Vorbereitungsjahr oder Reifejahr. Das Ziel, das wir gleich zu Beginn des Schuljahres gemeinsam anpeilen: sich erfolgreich bewerben und so eine Lehrstelle oder einen Ausbildungsplatz finden

Formale Zulassungsvoraussetzungen gemäß des Bildungsrats:

  • abgeschlossene obligatorische Schulzeit •
  • 15–17 Jahre alt
  • über Ausnahmen entscheidet das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA).

Inhaltliche Zulassungsvoraussetzungen

  • Der Bewerber/die Bewerberin
  • ist bildungsfähig.
  • ist lern- und leistungsbereit.
  • hat eine Lehrstelle gesucht, aber ohne Erfolg.
  • braucht noch mehr Zeit für die Lehrstellensuche (Lehrstellensuche ist noch zu früh).
  • hat möglicherweise Anschlussprobleme auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen.
  • hat aus sachlichen Gründen nach einem Lehrabbruch keine Anschlusslösung gefunden

Im Kanton Thurgau gibt es vier Schulen, die ein 10. Schuljahr als berufsbezogenes Brückenangebot anbieten:

  • Weinfelden; Gewerbliches Bildungszentrum Romanshorn
  • SBW-Haus des Lernens
  • Kreuzlingen; Bildungszentrum Bau und Mode Brückenangebote
  • Frauenfeld

Auch an einige Volksschulen können die Schülerinnen und Schüler übergangslos ein 10. Schuljahr besuchen. Allerdings habe ich so gut wie keine aussagekräftigen Informationen im Internet gefunden. Aufgefallen ist mir bei meiner Suche an Stellenangeboten, dass verschiedene Sekundarschulen das 10. Schuljahr mit eingegliedert haben.

Die Vorlehre

Die Vorlehre wurde im Kanton Thurgau vom Amt für Berufsbildung und Berufsberatung eingeführt, um Jugendlichen mit ungenügenden Deutschkenntnissen den Einstieg in eine reguläre Berufslehre zu ermöglichen. Die Vorlehre dauert normalerweise 1 Jahr, die Lernenden werden in einem Betrieb ausgebildet und besuchen 2 Tage die Woche die Berufsschule. (zB. das gewerbliche Bildungszentrum Weinfelden). Die Zielsetzungen einer Vorlehre sind:

  • mangelnde Deutschkenntnisse verbessern
  • allfällige schulische Lücken schließen
  • die politischen, wirtschaftlichen, historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten der Schweiz kennenlernen
  • Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übertritt in die Berufslehre schaffen

Das Motivationssemester

Das Motivationssemester ist eine speziell für Jugendliche konzipierte Maßnahme, die nach Abschluss der obligatorischen Schule oder Matura arbeitslos sind oder ihre Lehre, das Gymnasium oder eine andere weiterführende Schule abgebrochen haben. Das Motivationssemester setzt sich in der Regel aus einem Beschäftigungs- und einem Bildungsteil zusammen. Die Stiftung Zukunft Thurgau bietet Unterstützung und Orientierungshilfe bei der Berufswahl und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Lernenden arbeiten 3-4 Tage am Praktikumsplatz. Im praktikumsbegleitenden Bildungsteil in eigenen Schulungsräumen der Stiftung werden die Jugendlichen auf die Berufsschule vorbereitet.

Bei meinen Recherchen ist mir aufgefallen, dass das 10. Schuljahr und die Vorlehre recht viel von den Lernenden abverlangt, aber gerade doch unmotivierte oder von Problemen belastete Jugendliche auffangen sollen. Am besten erscheint mir für diese Jugendliche das Motivationssemester geeignet zu sein.

Verfasst von: bejasa | Mai 13, 2011

Theorie versus Praxis – Blog Nr. 9

Theorie versus Praxis

Seit einigen Wochen bin ich total von meinem Praktikum und von den Kursen, die ich zurzeit freiwillig an der Universität Konstanz besuche, eingenommen. Während ich im Praktikum natürlicherweise voll in die Praxis eingestiegen bin, sind meine Seminare an der Uni sehr theorielastig: Ich habe Kurse zur Französischen Grammatik,  einen Übersetzungskurs sowie ein Seminar zur Französischen Revolution belegt. Sehr anspruchsvolle Kurse,  die ich aber gerne besuche und in denen ich meine Französischkenntnisse noch optimieren möchte. Seit 25 Jahren hat sich an den Inhalten des Romanistikstudiums kaum etwas verändert.  Fachwissen und Pädagogik sind klar getrennt. Dies liegt natürlich auch daran, dass nicht alle Studierende den Abschluss Lehramt anstreben. Trotzdem könnte man aber in den sprachpraktischen Übungen auch ab und zu überlegen, wie man die Inhalte didaktisch umsetzen könnte.

Kurzum, ich bin wenig motiviert,  mich darüber hinaus mit weiteren theoretischen Themen zu beschäftigen. Berufsbildung in der Schweiz – ich stecke voll in diesem Thema drin, da ich zurzeit Auszubildende im Kaufmännischen Bereich unterrichte. Macht es wirklich noch Sinn, mich mit den Details der Berufsmaturität, der überbetrieblichen Kurse, der Geschichte der Berufsschulen etc. zu plagen?

Nun gut, ich werde mich wohl oder übel motivieren müssen – und diesen Blogeintrag dann nach ersten Lernerfolgen weiterschreiben.

Tatsächlich, ich habe die ersten zwei Kapitel des Buches Berufsbildung in der Schweiz gelesen und festgestellt, dass ich seit meiner ersten Lektüre im Oktober 2010 wieder vieles vergessen habe. Vor allem Zahlen kann ich mir schlecht merken: Mal sehen, ob es jetzt klappt:

85%  der Schweizer Bürger haben eine nachobligatorische Ausbildung absolviert, d.h. sie haben nach der obligatorischen Schulzeit von 9 Jahren eine Berufsschule oder ein Gymnasium besucht.  Dies bedeutet eine eindeutige Zunahme seit 1980.
3/4 aller Jungen und 2/3 aller Mädchen entscheiden sich für eine Berufsausbildung.

Weitere Zahlen: 0,3 % ist der Anteil der Großunternehmen, die aber wiederum 33 % der Arbeiter und Angestellten beschäftigen. Die KMU beschäftigen dagegen 67%.

Ich habe eine Graphik erstellt, in der die wichtigsten Behörden und Berufsverbände enthalten sind, erstellt. Leider im Word-Format, welches ich nicht in ein Bildformat umwandeln konnte.  Hier deshalb stichwortartig die wichtigsten Abkürzungen: EVD, BBT, WBK, KIGA, EDK, SBBK, OdA, KV…

 Bitte anklicken: graphik

Eine weitere Frage, die ich mir bei der Lektüre gestellt habe: Ist HarmoS inzwischen eingeführt? Scheinbar nicht, ich habe im Internet nur einzelne Berichte aus verschiedenen Kantonen gefunden,  so berichtet z.B. die Erziehungsdirektion des Kantons Bern über die Umsetzung von HarmoS im Kindergarten:  „Ab 2013 erfolgt im Zusammenhang mit HarmoS die Einführung des zweijährigen, obligatorischen Kindergartens.“
Es wird zwar eine Harmonisierung angestrebt, die Umsetzung überlässt man aber scheinbar den einzelnen Kantonen. Wie soll das funktionieren? Sollte es nicht zumindest einen Zeitrahmen zur Umsetzung geben, der für alle Kantone gilt?

Verfasst von: bejasa | April 6, 2011

Schriftliche Prüfungen Blog Nr. 8

Erstellung von schriftlichen Prüfungsaufgaben

In dem Skript „Richtlinien, Hinweise und Tipps für das Erstellen von schriftlichen Prüfungsaufgaben“, herausgegeben von SDBB Verlag, weisen die Autoren darauf hin, dass die Berufsverbände für den Inhalt der Prüfungsfragen zuständig sind und diese gesamtschweizerisch koordiniert werden.

Die Prüfungen für mein Fachbereich Französisch werden jedoch nicht von den Berufsverbänden beeinflusst, sondern richten sich stark nach dem Europäischen Sprachenportfolio. Für Berufsschulen interessant sind auch die Prüfungen, die von der Industrie- und Handelskammer in Paris abgenommen werden:  Diplômes de français professionnel DFP

In diesem Buch werden verschiedene Prüfungen für das Fach Französisch vorstellt, die für die Berufsbildung interessant sind.

Welche Kriterien sind nun wesentlich für die Erstellung guter Prüfungen?

  • Übersichtlichkeit (klares Layout)
  • Benutzerfreundlichkeit (vollständige Informationen)
  • Korrekturfreundlich (klare Bewertungshinweise, Lösungsschlüssel)
  • Gültigkeit (lern-und richtzielkonform, entspricht dem Bildungsplan)
  • Zuverlässigkeit (zwei Expertinnen, Musterlösung)
  • Ökonomie (angemessener Zeitaufwand für Erstellung und Korrektur)
  • Aufgaben variieren (verschiedene Typen, Schwierigkeitsgrade)
  • Verständlichkeit (Orthographie)
  • Taxonomie
    (die Aufgaben sollten alle 6 Taxonomiestufen abdecken: Wissen, Verständnis, Anwendung, Synthese, Beurteilung)

Wie wendet man die Taxonomiestufen nun auf Prüfungsfragen im Fach Französisch an?

  • Wissensaufgaben: Der Lernende kann ein angelerntes oder auswendiges Wissen aus dem Gedächtnis abrufen: z.B. neue Vokabeln so abfragen, wie sie gelernt wurden.
  • Verständnisaufgaben: Der Lernende kann einen Sachverhalt oder einen Begriff erklären: Hier könnte man einen Begriff aus dem Berufsfranzösischen (z. B. ressources humaines) erklären lassen
  • Anwendungsaufgaben: Der Lernende kann ein früher gelerntes Wissen in eine neue Situation übertragen und es anwenden: Dies gilt z. B. für das Zurückgreifen auf früher gelernten Vokabeln und die Fähigkeit, diese in einen neuen Zusammenhang zu stellen.
  • Analyseaufgaben: Der Lernende kann gelernte Grammatikregeln und Wortschatz in einem selbst zu erstellenden Text richtig anwenden
  • Syntheseaufgaben: Der Lernende kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Sprachanwendung wählen und versuchen, den am besten geeigneten Satz zu bestimmen.
  • Beurteilungsaufgaben: Der Lernende erbringt eine eigenständige, kreative Leistung: Hier könnte ich meinen Lernjob „La Radio“ einbringen; eine Prüfungsaufgabe würde sich jedoch eher auf die Erstellung eines eigenen Textes (opinion personnelle)  beschränken.
Verfasst von: bejasa | März 31, 2011

Prüfungsfragen: Multiple-Choice-Fragen Blog Nr. 7

Wie erstellt man Multiple-Choice-Fragen?

Die Multiple-Choice-Aufgabe (MC) kommt sehr häufig zum Einsatz und gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten und besten Aufgabentypen. Bis auf kreative Leistungen lassen sich fast alle Lehrziele, auch solche auf einem hohen Lehrzielniveau (Verständnis, Anwendung), erfassen. Die besten psychologischen Tests (z.B. Intelligenztest) basieren fast ausschließlich auf dem Aufgabentyp Multiple-Choice. Neben seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten besticht die MC-Aufgabe durch ihre hohe Auswertungsobjektivität, womit sich dieser Aufgabentyp hervorragend für die maschinelle Auswertung eignet. Die Erstellung von MC-Aufgaben ist allerdings nicht einfach. Die adäquate Konstruktion von MC-Aufgaben erfordert viel Zeit. Sie setzt zudem jede Menge Erfahrung in dem betreffenden Sachgebiet und der angemessenen Formulierung der Aufgaben voraus.
Das Zitat stammt  aus einem Dokument der Universität Saarland, Psychologie

Besonders die Bemerkung, dass die Erstellung von MC-Aufgaben viel Zeit braucht und viel Erfahrung erfordert, hat mich dazu bewogen, mich mit den Multiple-Choice-Aufgaben näher zu beschäftigen:

Zunächst einmal besteht eine MCF aus einem Stamm (eine Frage oder eine Feststellung) und aus Alternativantworten. Eine Antwortoption ist die richtige Antwort. Die falschen Alternativen werden Distraktoren genannt.

navalazarza.blogia.com/temas/english.php

 

Folgende Richtlinien sollten bei der Erstellung von MCF bedacht werden: (siehe:  Arbeitsblatt der Pädagogischen Hochschule Zürich: Gestaltung von Multiple-Choice-Fragen)

  1. Der Stamm sollte eine genaue Umschreibung eines Problems darstellen und mit Bedeutungsgehalt ausgestattet sein.
  2. Die Distraktoren sollten plausibel sein.
  3. Es sollten so viele Alternativen formuliert werden, dass eine wirkliche Auswahl entsteht, am besten 3-4 Alternativen.
  4. Es ist besser, im Stamm eine vollständige Frage zu stellen, als einen Satz zu beginnen, der beendet werden muss.
  5. Die richtige Antwort sollte nicht länger sein als die falschen.
  6. Die richtige Antwort darf nicht immer an der gleichen Stelle stehen.
  7. Es darf nur eine richtige Antwort geben.

Da ich gerade zwei Tage Fortbildung in Liestal genossen habe, in der es um DELF-Prüfungen ging, möchte ich die oben genannten Regeln auf die DEFL-Prüfungsdokumente anwenden bzw. schauen, ob die dort enthaltenden MCF-Aufgaben den Kriterien entsprechen:

Auf A1-Niveau sind die Stammfragen sehr kurz und ab und zu beginnt eine Frage, die mit einer Antwort beendet werden muss. Dies liegt aber in der Tatsache, dass Sprachanfänger noch keine vollständigen, inhaltsvollen Sätze verstehen können.

Auf B2-Niveau hingegen werden immer vollständige Fragen formuliert. Es gibt 3-4 Alternativantworten, alle sind ungefähr gleich lang, die Reihenfolge der richtigen Antworten wechselt. Es gibt nur eine Antwort.

Die DELF-Prüfungen sind international anerkannt und gelten als qualitativ hochwertig. So ist es kein Wunder, dass auch die Autoren der Prüfungen sich an die oben genannten Richtlinien halten.

Verfasst von: bejasa | März 23, 2011

Coaching-Fragen Blogeintrag Nr. 6

Welche Fragen sollte ich in einem Coaching-Gespräch stellen? Wie reagiere ich auf Aussagen des Lernenden?

Was ist ein gutes Ziel?

Ein gutes Ziel sollte positiv formuliert sein und selbstverantwortlich verfolgt werden. Andere Personen dürfen nicht verantwortlich gemacht bzw. sollte auf diese keine Verantwortung delegiert werden.
Nach Erreichung des Ziels sollte ein Verhaltensunterschied vorliegen. Auch die sinnliche Wahrnehmung des Problems sollte sich verändert haben.

Wie stelle ich gute Fragen?:
Wie und nicht Warum-Fragen!

  • Wie oft genau?
  • Wie kann ich mir das vorstellen?
  • Wie kann ich Dir helfen, Dein Ziel zu erreichen?

Wie sollte die Lehrperson auf Aussagen des Lernenden reagieren:

Zunächst mit Wertschätzung. Eine negative Aussage kann durch die Methode des Reframing in eine positivere Aussage verkehrt werden. Dennoch sollte die LP einen klaren Zuständigkeitsrahmen definieren und Grenzen setzen.

In unseren Übungen zu wertschätzenden Reaktionen, Ziel- und Auftragsfragen, wird ein Schüler folgendermaßen zitiert: „Schule ist Scheiße“

Wie kann man diesen Satz positiv umwerten? Bzw. die Person trotz dieser Äußerung ernst nehmen und wertschätzen?
Man könnte sagen: „Super, dass Du trotzdem kommst“ und „was können wir beide tun, damit Schule bzw. Unterricht wieder angenehmer für dich wird?“

Eva-Maria Schumacher beschreibt in ihrem Text Fragen als Coaching-Werkzeug für das Forum Lehridee der Fachhochschule Bielefeld 10 Fragetypen:

1.      Akzeptierendes, erklärendes Wiederholen- Aktives Zuhören
„Habe ich Sie richtig verstanden, dass…“

2.      Konkretisierungsfragen:
„Wer? Was? Wie genau? Immer? Nie? Alle? Wer sagt das?“

3.      Fragen, die ins Ziel führen:
„Was möchten Sie erreichen? Wie genau soll die Lösung aussehen? Was ist ihr Ziel? Wobei kann ich Ihnen helfen?“

4.      Fragen, die ins Problem führen:
„Was ist genau Ihr Problem? Wann war es am schlimmsten? Kennen Sie diese Art von Schwierigkeiten auch in anderen Zusammenhängen?

5.      Fragen, die Ressourcen aktivieren:
„Wer/Was könnte Ihnen helfen? Welche Ihrer Fähigkeiten wären hier besonders nützlich? Worauf können Sie sich in herausfordernden Situationen immer verlassen?“

6.      Reframing-Fragen
„In welchem Zusammenhang könnte das Problem sogar nützlich sein? Haben Sie schon einmal an die Vorteile gedacht, die dieser Sachverhalt mit sich bringt?“

7.      Fragen, die Emotionen klären
„Und wie geht es Ihnen damit? Sie scheinen ärgerlich zu sein, kann das sein? Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken an..?“

8.      Hier-und-Jetzt- Fragen
„Wie geht es Ihnen gerade? Was ist für Sie gerade wichtig?

9.      Ökologie-Fragen
„Was wird dadurch ermöglich/entmöglicht? Welche Konsequenzen hat dieser Schritt?“

10.  Future-Pace-Fragen
„Welchen Schritt werden Sie jetzt konkret als ersten gehen? In welchen Situationen wird das, was Sie hier gerade erfahren haben, für Sie relevant sein?

Diese 10 Fragentypen sind sehr hilfreich für ein eventuelles Coaching-Gespräch. Nach Abschluss des BUAs „Lösungsorientiertes Coaching“, werde ich sicherlich noch mehr zu diesem Thema berichten können.

Verfasst von: bejasa | März 23, 2011

BP-Auftrag: Ausbildungskonzept KBZ-Zug- Vinto- Bildxzug

Frage 1: Ausbildungskonzept KBZ-Zug- Vinto- Bildxzug

Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug bietet verschiedene Möglichkeiten zur Erlangung  eines Berufsabschlusses.

Die klassische Grundbildung umfasst alle Profile (A, B, E, M). Im A-Profil können die Lernenden das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) erwerben und sich innerhalb von 2 Jahren zum Büroassistent/zur Büroassistentin ausbilden lassen.
Das B-und E- Profil umfassen das Berufsbild Kauffrau/Kaufmann. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und endet mit dem EFZ. Im Unterschied zum B-Profil gibt es im E-Profil ein größeres Fächerangebot und mehr Schulunterricht. Das M-Profil schließt mit der Berufsmatura ab. Die drei Lernorte sind getrennt: Lehrbetrieb, Berufsschule und überbetriebliche Kurse. Zudem gibt es im KBZ die Möglichkeit, sich als Detailhandelsassistentin (2 Jahre, Berufsattest) oder Detailhandelsfachfrau/-mann (3 Jahre EFZ) ausbilden zu lassen.

Vinto –  Gewonnen!

Das kaufmännische Bildungszentrum bietet ein besonderes und einzigartiges Angebot für Spitzensportler: Lernende, die ein nachgewiesenes Sporttalent haben, können die Ausbildung im B- , E-Profil oder im Detailhandel in 4 Jahren absolvieren und nebenbei ihr anspruchsvolles Training weiter verfolgen. Zwar kombinieren schon einige Schweizer Gymnasien Spitzensport und Bildung, für Berufsschüler gab es dieses Angebot aber bisher nicht. Die Herausforderung liegt darin, dass zum einen der Stundenplan an die Trainingspläne angeglichen werden muss, andererseits müssen auch die Lehrbetriebe flexibel genug sein, den Auszubildenden genügend Freiraum zu geben. Deshalb kommt für dieses Konzept auch nur ein Berufsbild in Frage: die kaufmännische Lehre! Büroarbeit kann auch mal liegen bleiben und später bearbeitet werden. Auch ändern sich die Anforderungen der kaufmännischen Lehre wenig, sie sind sehr viel langlebiger als z.B. diejenigen einer Informatik-Lehre. Trotzdem ist es nicht einfach, Betriebe zu finden, die das Risiko eingehen, Spitzensportler auszubilden. Doch inzwischen hat Vinto durch geschicktes Marketing ein Netz von 123 Partnerschaften, darunter viele Lehrbetriebe aufgebaut.

Auch die Lehrpersonen der KBZ müssen immer wieder mit Auszeiten ihrer Sportler rechnen. Diese Lücken werden vor allem mit der Methode des E-Learnings geschlossen. Auf der schulinternen Moodle-Plattform  werden einige Lektionen online angeboten, um auf die individuellen Trainingspläne Rücksicht nehmen zu können.

Bildxzug – Lehre im Verbund

Bildxzug ist ein Verein und zugleich ein Lehrbetrieb, der den Auszubildenden die berufliche Grundbildung in den Bereichen Kaufleute, Mediamatik und Informatik anbietet. Bildxzug führt durch die ganze Ausbildung, agiert zwischen Firmen, Lernenden, Berufsfachschulen und Organisationen der Arbeitswelt. Über 140 Firmen haben sich der Lehre im Verbund angeschlossen. Da Bildxzug den Firmen die administrativen Aufgaben und die Betreuung der Auszubildenden abnimmt, können diese sich auf die praktische Ausbildung der Lernenden und auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die Lernenden werden an verschiedene Betriebe vermittelt und können so viele Bereiche ihres zukünftigen Berufes kennen lernen und auch mit unterschiedlichen Mitarbeitern und Chefs zusammenarbeiten. Dieses Konzept ermöglicht eine kompetente und abwechslungsreiche Ausbildung.

Bildxzug wirbt mit den Begriffen:

Kompetent:
jährlich absolvieren 30 Lernende erfolgreich eine von Bildxzug betreute Verbundslehre.

Dynamisch:
Bildxzug handelt vorausschauend, dynamisch, flexibel und praxisorientiert.

Vernetzt:
Bildxzug ist mit den wichtigsten Institutionen der Berufsbildung und mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen eng vernetzt.

Die oben genannten Berufe, die in diesem Ausbildungskonzept gewählt werden können, bieten interessante Erweiterungen: So kann sich ein zukünftiger Kaufmann oder eine Kauffrau mit sehr guten Englischkenntnissen für die Ausbildung KV Business English Plus entscheiden. Jugendliche, die einen gymnasialen Maturaabschluss haben, können eine „Way-up“-Informatiklehre in zwei Jahren absolvieren. Sie werden von Bildxzug in verschiedene Firmen eingesetzt, damit sie ein möglichst breites Spektrum im Informatik-Fachbereich kennen lernen.

Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug bietet den Jugendlichen des Kantons eine vielseitige und abwechslungsreiche Ausbildung an. Die Lernenden können sich je nach Fähigkeiten und Neigungen bei einem der drei Bildungsanbieter bewerben, eine spezifische Ausbildung absolvieren, aber dennoch dieselben Lektionen der verschiedenen Profile des  Bildungszentrums besuchen.

Verfasst von: bejasa | März 17, 2011

SWB Neue Medien AG Blogeintrag Nr. 5

Besuch der SBW Neue Medien in Romanshorn am 4. März 2011

Die SBW Neue Medien AG bildet junge Berufslernende zum Mediamatiker aus. Dieser Beruf erfordert kaufmännische als auch technische Fähigkeiten: Design, Graphik, Betriebswirtschaft, Informatik. Die Ausbildung beinhaltet viele unterschiedliche Disziplinen und kann diese deshalb jeweils nur oberflächlich behandeln. Ein Mediamatiker ist hat weder die Kompetenzen eines studierten Informatikers noch die eines Betriebswirts. Dafür ist er vielseitig einsetzbar.

Die SBW Neue Medien hat sich auf die Erstellung von Homepages spezialisiert. Die Auszubildenden arbeiten an konkreten Aufträgen mit, führen Verkaufsgespräche, beraten Kunden und setzen die Anforderung zum Teil selbständig um. Auch haben die Lernenden Einblick in die Verwaltungsstruktur der Firma und arbeiten auch hier verantwortlich mit.

Die Berufsausbildung beträgt 4 Jahre, wobei die Lernenden die ersten zwei Jahre vormittags die BMS besuchen, nachmittags an Projekten mitarbeiten. Der schulische Einsatz wird sehr hoch bewertet. Die Auszubildenden dürfen erst im Betrieb arbeiten, wenn sie ausreichende schulische Leistungen vollbracht haben.

Die SBW Neue Medien AG hat alle drei Lernorte an einem Ort vereint. Berufsfachschule, Lehrbetrieb und auch die überbetrieblichen Kurse haben in den ersten beiden Lehrjahren (Basislehrjahr) in den Räumlichkeiten der SBW ihren Platz. Das 3. und 4. Lehrjahr verbringen die Lernenden in einem Verbundbetrieb, werden aber vom „Mutterbetrieb“, der SBW weiterhin betreut.

In der SBW Neue Medien AG sind die Auszubildenden Lernpartner, ihre Lehrer sind Coachs oder Lernbegleiter. Das Lernen ist praxis- und projektorientiert, selbstverantwortlich und autonom.

Das Konzept der SBW hat mich fasziniert: Man hat klar erkannt: Sobald das Lernen einen Sinn hat, sobald Anstrengung oder Nicht-Anstrengung direkte Auswirkungen haben, sind die Lernenden motiviert und hoch leistungsbereit. In den normalen Berufsfachschulen trennen die Lernenden klar die Theorie von der Praxis und sehen nicht immer einen Sinn in den zu lernenden Inhalten.

Einige Väter und Mütter unter uns würden sich ein solches Ausbildungssystem für ihre Kinder wünschen – denn wir alle diskutieren mit unseren jugendlich-pubertierenden Töchter und Söhne über oft verweigerte Schulleistungen, Unlust und Motivationslosigkeit.

Ich hoffe, dass die SWB Neue Medien AG viele Nachahmer findet!

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